Ein Content-Plan (auch Redaktionsplan) legt fest, welche Inhalte Sie wann, auf welchem Kanal, in welchem Format und durch wen veröffentlichen. So erstellen Sie ihn: Ziel und Zielgruppe festlegen, drei bis fünf Themen-Säulen bestimmen, eine realistische Frequenz wählen, den Monat in eine Tabelle eintragen, die Inhalte gebündelt produzieren und am Monatsende auswerten. Eine einfache Tabelle reicht – wichtiger als das Tool ist, dass jede Zeile ein Datum, ein Format und eine verantwortliche Person hat.
Diese Anleitung führt Sie in sechs Schritten zu einem Plan für einen ganzen Monat, mit Vorlage, Beispielen und den häufigsten Fehlern.
Warum braucht ein Unternehmen einen Content-Plan?
Ohne Plan passiert Social Media meist dann, wenn gerade Zeit ist – also selten und unregelmäßig. Ein Plan bringt vier Vorteile:
- Regelmäßigkeit: Profile, die verlässlich posten, wirken aktiver und vertrauenswürdiger.
- Weniger Stress: Niemand muss morgens überlegen, was heute gepostet wird.
- Bessere Inhalte: Themen, Fotos und Videos lassen sich gebündelt vorbereiten.
- Messbarkeit: Am Monatsende sehen Sie, welche Themen Anfragen gebracht haben.
Die Reichweite ist da: Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen 40 Prozent der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland Instagram mindestens wöchentlich, Facebook kommt auf 31 und TikTok auf 20 Prozent.
Schritt 1: Ziel und Zielgruppe festlegen
Schreiben Sie in einem Satz auf, was Social Media bringen soll: „mehr Terminanfragen von Firmenkunden in Berlin“, „Bewerbungen für zwei offene Stellen“ oder „mehr Gäste unter der Woche“. Beschreiben Sie dann die Zielgruppe: Wer ist das, welche Fragen hat sie, auf welchem Kanal ist sie unterwegs? Davon hängt alles Weitere ab.
Schritt 2: Drei bis fünf Themen-Säulen bestimmen
Themen-Säulen sind wiederkehrende Kategorien. Sie verhindern, dass Ihnen die Ideen ausgehen, und sorgen für Abwechslung. Ein Beispiel für ein Café in Berlin:
| Säule | Beispiele |
|---|---|
| Produkt | neue Kuchen, saisonale Getränke, wie der Kaffee geröstet wird |
| Menschen | Team-Porträts, Stammgäste (mit Einwilligung), Lieferanten |
| Hinter den Kulissen | Backstube um 6 Uhr, Aufbau, Reinigung |
| Wissen | Filterkaffee oder Espresso, Bohnen richtig lagern |
| Angebote & Events | Mittagstisch, Lesungen, Öffnungszeiten an Feiertagen |
Und ein Beispiel für ein B2B-Dienstleistungsunternehmen:
| Säule | Beispiele |
|---|---|
| Expertise | häufige Kundenfragen, Mythen, kurze Erklärvideos |
| Projekte | Vorher-nachher, Ablauf eines Auftrags (ohne vertrauliche Details) |
| Team | Wer macht was, neue Kolleginnen und Kollegen |
| Unternehmen | Werte, Arbeitsweise, Standort |
| Recruiting | offene Stellen, Arbeitsalltag |
Schritt 3: Frequenz und Formate wählen
Planen Sie nur so viel, wie Sie dauerhaft schaffen. Lieber drei gute Beiträge pro Woche über ein Jahr als zehn pro Woche für einen Monat.
| Kanal | Realistischer Start | Formate |
|---|---|---|
| 3 Beiträge pro Woche + Stories an Arbeitstagen | Reels, Karussells, Stories | |
| TikTok | 2–3 Videos pro Woche | Kurzvideos im Hochformat |
| 1–2 Beiträge pro Woche | Text mit Bild, Dokumente, kurze Videos | |
| 2 Beiträge pro Woche (oft gespiegelt von Instagram) | Videos, Bilder, Veranstaltungen | |
| Google-Unternehmensprofil | 1 Beitrag pro Woche | Angebote, Neuigkeiten, Fotos |
Mischen Sie Formate: Reels für Reichweite, Karussells für Wissen, Stories für den Alltag.
Schritt 4: Den Monat in eine Tabelle eintragen
So kann eine Woche aussehen:
| Tag | Kanal | Format | Säule | Thema | Verantwortlich | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Montag | Reel | Hinter den Kulissen | Backstube am Morgen | Team | produziert | |
| Mittwoch | Karussell | Wissen | 5 Fragen zum Sauerteig | Agentur | in Arbeit | |
| Freitag | Instagram, Facebook | Reel | Produkt | Herbstkuchen | Team | geplant |
| täglich | Story | Angebote | Mittagstisch | Team | laufend |
Eine Tabelle in Google Sheets oder Excel reicht völlig. Hilfreich sind zusätzliche Spalten für Bildidee, Text, Hashtags und Freigabe.
Schritt 5: Inhalte gebündelt produzieren
Der größte Zeitfresser ist, für jeden Beitrag einzeln zu fotografieren oder zu filmen. Effizienter ist ein fester Produktionstag pro Monat, an dem alle Videos und Fotos entstehen. Dafür braucht es Skripte und einen Drehplan, damit an einem Tag Material für vier Wochen zusammenkommt. Wie das abläuft, zeigt Ein Drehtag, Content für einen Monat. Für spontane Clips zwischendurch helfen unsere 12 Tipps für Smartphone-Videos.
Schritt 6: Auswerten und anpassen
Schauen Sie sich einmal im Monat diese Kennzahlen an:
| Kennzahl | Was sie zeigt |
|---|---|
| Speicherungen | Der Inhalt war nützlich |
| Geteilte Beiträge | Der Inhalt war es wert, weitergegeben zu werden |
| Kommentare und Nachrichten | Gespräch und Interesse |
| Profilaufrufe und Link-Klicks | Interesse am Unternehmen |
| Anfragen, Buchungen, Bewerbungen | Geschäftlicher Erfolg |
Reichweite allein sagt wenig. Behalten Sie, was zu Anfragen führt, und ersetzen Sie Themen, die niemanden interessieren.
Typische Fehler beim Content-Plan
- Zu ehrgeizig starten. Täglich posten und nach drei Wochen aufhören.
- Nur Werbung. Wer nur Angebote postet, verliert Aufmerksamkeit. Nützliches und Persönliches gehört dazu.
- Kein Verantwortlicher. Ohne Namen in der Spalte „Verantwortlich“ passiert nichts.
- Jeden Beitrag einzeln produzieren. Kostet die meiste Zeit.
- Nicht auswerten. Ohne Rückblick wiederholt man, was nicht funktioniert.
- Kommentare ignorieren. Antworten gehört zum Plan, nicht nur das Posten.
Content-Plan selbst machen oder mit Agentur?
Wenn ein Teammitglied pro Woche einige Stunden Zeit hat, ist ein eigener Plan gut machbar. Fehlt die Zeit oder das Know-how für Video, übernimmt eine Social-Media-Agentur Planung, Produktion, Veröffentlichung und Community-Management. Was dazugehört, lesen Sie in Was eine Social-Media-Agentur für Ihr Geld wirklich leistet.
So arbeiten wir bei Digimark
Digimark ist eine Agentur für Video, Social Media und Werbung im District One in Berlin-Schöneberg. Wir arbeiten auf Deutsch, Englisch und Türkisch.
- Briefing: Ziele, Angebote und Termine des nächsten Monats.
- Content-Plan und Skripte: Wir planen die Themen-Säulen, schreiben die Skripte und legen jeden Beitrag in einen Kalender, den Sie vorab sehen.
- Drehtag vor Ort: meist fünf bis zehn Stunden, danach haben wir Material für den ganzen Monat.
- Schnitt: Die ersten Videos sind meist ein bis zwei Werktage nach dem Dreh fertig, mit Untertiteln.
- Veröffentlichung und Community: Wir posten nach Plan und betreuen Kommentare und Nachrichten. Nichts geht ohne Ihre Freigabe online.
- Monatsreport: verständlich, mit dem, was veröffentlicht wurde, wen es erreicht hat und welche Anfragen kamen.
Mehr dazu auf unserer Seite Social Media Management.
Nächster Schritt: Sie möchten einen fertigen Content-Plan für den nächsten Monat? Kostenloses Strategiegespräch buchen
Häufige Fragen
Was gehört in einen Content-Plan für Social Media?
Datum, Kanal, Format, Themen-Säule, Thema und die verantwortliche Person. Hilfreich sind außerdem Bildidee, Text, Hashtags, Freigabe und Status.
Wie oft sollte ein Unternehmen auf Instagram posten?
So oft, wie es dauerhaft durchzuhalten ist. Für viele kleine Unternehmen sind drei Beiträge pro Woche plus Stories an Arbeitstagen ein realistischer Start.
Welches Tool eignet sich für einen Content-Plan?
Eine Tabelle in Google Sheets oder Excel reicht. Für Teams eignen sich Planungstools wie Meta Business Suite, Later oder Notion.
Wie weit im Voraus sollte man Social-Media-Inhalte planen?
Ein Monat ist ein guter Rhythmus: lang genug, um Inhalte gebündelt zu produzieren, kurz genug, um auf Aktuelles zu reagieren.
Was sind Themen-Säulen?
Wiederkehrende Kategorien wie Produkt, Menschen, Hinter den Kulissen, Wissen und Angebote. Sie sorgen für Abwechslung und verhindern, dass Ihnen die Ideen ausgehen.
Welche Kennzahlen zeigen, ob Social Media funktioniert?
Speicherungen, geteilte Beiträge, Kommentare, Profilaufrufe, Link-Klicks und vor allem Anfragen, Buchungen oder Bewerbungen. Reichweite allein sagt wenig.


